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Die Gemeinden werden von der Landrätin für Asyl verantwortlich gemacht


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Blick in das Wohnzelt, das am Freizeitpark in Mammendorf errichtet wurde.

Das Landratsamt setzt verstärkt auf Thermozelte, in denen einzelne Wohneinheiten geschaffen werden, um Geflüchtete unterzubringen (Symbolbild). © weber

Der Zustrom an Geflüchteten im Landkreis nimmt nicht ab. Langsam werden die Unterbringungsmöglichkeiten knapp. In den Gemeinden, wo Überzeugungsarbeit nicht reicht, zieht das Landratsamt jetzt die Samthandschuhe aus.

Landkreis – Im Februar redeten die Verantwortlichen vom Landratsamt mit Engelszungen auf die Vertreter des Gemeinderates in Hohenfurch ein. Sie sollten doch bitte ein Grundstück für den Bau einer Asylunterkunft bereitstellen. Ein geeignetes befindet sich direkt südlich vom Bauhof. Man versicherte sich konstruktive Zusammenarbeit. Passiert ist in Hohenfurch bislang nichts.

Jetzt war das Landratsamt wieder im Gemeinderat. Und stellte klar: Wenn die Gemeinde bis Ende des Monats kein Grundstück bereitstellt, auf dem ein Thermozelt aufgestellt werden kann, werden demnächst Flüchtlinge zwangszugewiesen und die Gemeinde muss schauen, wo sie sie unterbringt – notfalls in der Turnhalle.

Hohenfurch hat aktuell nicht einen Flüchtling aufgenommen

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Landrätin Andrea Jochner-Weiß verteidigte diesen Schritt gestern im Gespräch mit der Heimatzeitung: „Wir kriegen die Leut’ hier beim Landratsamt auch vor die Tür gestellt und müssen uns kümmern. Da ist es unabdingbar, dass alle Gemeinden mitziehen.“ Bislang sei es schon so gewesen, dass „sich einige Gemeinden wegducken konnten“ – diese Zeiten seien aber vorbei. Hohenfurch hat aktuell nicht einen einzigen Flüchtling aufgenommen. Jochner-Weiß lobte noch einmal ausdrücklich die Arbeit ihrer Mitarbeiter, allen voran Amtsleiter Helmut Hartl und Bernhard Pössinger, die mit viel Fingerspitzengefühl und Verständnis in den Gemeinderäten um Verständnis werben.

Das klappe meistens auch gut, so die Landrätin. In der Regel werde eingesehen, dass die Lage so ist, wie sie ist. Wenn es aber zu rassistischen Ausbrüchen und pauschalen Vorverurteilungen komme wie im Gemeinderat in Hohenfurch, dann ende auch irgendwann das Verständnis des Landratsamtes.

Landrätin „Wir lassen die Gemeinden nicht alleine“

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„Da wird der Eindruck erweckt, das Landratsamt lasse die Gemeinden mit den Geflüchteten alleine“, so Jochner-Weiß. Das stimme aber nicht. Sicher gebe es ab und an Probleme in den Unterkünften, „aber dann reicht ein Anruf und wir sind da und kümmern uns“. Sie mache sich keine Illusionen, dass der Zustrom an Asylsuchenden schnell abreißt. Umso wichtiger sei es, dass sich im Asylrecht einiges ändere. „Wir müssen schnell dazu kommen, dass die Geflüchteten kein Geld mehr überwiesen oder ausgezahlt bekommen, sondern Guthaben-Karten erhalten, mit denen sie sich in bestimmten Geschäften versorgen können“, so die Landrätin.

Auch sollten die Asylbewerber so schnell wie möglich arbeiten dürfen: „Das ganze Jahr lesen wir, dass händeringend Leute gesucht werden. Und da sitzen Menschen, die arbeiten wollen, und dürfen nicht.“ Sie sei sich aber sicher, dass sich in diesen Fragen jetzt schnell Lösungen finden sollten. Generell plädiert Jochner-Weiß für eine pragmatische Herangehensweise an die Asylproblematik: „Wer zu uns kommt, dem sollten wir helfen. Gleichzeitig sollte aber auch derjenige, der Hilfe sucht, das seinige dazu tun. Arbeiten, sich integrieren, an die Regeln im Gastland halten“, sagt sie.

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Author: Justin George Jr.

Last Updated: 1698040322

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